Die 6 wichtigsten Kennzahlen zur Aktienbewertung

Eine Aktienbewertung ist definitiv nicht nur etwas für Profis. Auch Kleinanleger und Anfänger können mit der richtigen Aktienbewertung Ihren Gewinn maximieren. 
Bevor du also eine neue Aktie in dein Portfolio aufnehmen möchtest, solltest du dich mit den unten vorgestellten Kennzahlen auseinandersetzten. 
Heute zeige ich dir, warum diese Kennzahlen für den Aktienkauf wichtig sind und was genau dahintersteckt. 

Als Einsteiger von der Aktienbewertung durch Kennzahlen profitieren

Die Entscheidung, eine Aktie zu verkaufen bzw. zu kaufen, fällt Anfängern oft nicht leicht.
Um die Entscheidung ein wenig zu erleichtern, kann man mit den Kennzahlen das Risiko auf ein kalkulierbares Maß reduzieren.
Ein sehr wichtiges Werkzeug zur Bewertung von Aktien ist die Fundamentalanalyse.
Die Definition der Fundamentalanalyse ist eine Form der Aktienanalyse, die die wichtigsten Unternehmenskennziffern wie zum Beispiel den Gewinn, den Umsatz und den Cashflow heranzieht.
Die Chancen Aktien mit einer positiven Kursentwicklung zu finden, erhöht sich durch eine ausgiebige Aktienanalyse.

Die wichtigsten Kennzahlen zur Aktienanalyse

Das Kurs Gewinn Verhältnis (KGV)

Die Berechnung: KGV = Aktienkurs/ Unternehmensgewinn pro Aktie
 
Eine der bekanntesten Kennzahl zur Aktienbewertung ist das KGV.
Um dieses auszurechnen, wird der aktuelle Kurs der Aktie durch den Unternehmensgewinn des Vorjahres pro Aktie geteilt.
 

Zum Beispiel: Der Aktienkurs beträgt 50€, der Unternehmensgewinn pro Aktie im Vorjahr lag bei 5 €.
50/5 = 10
Das KGV liegt also bei 10
Ein KGV von 10 bedeutet, dass du als Anleger 10 Jahre warten müsstest, bis du dein eingesetztes Kapital wieder erwirtschaftet hast. 

Bei einem niedrigen KGV raten erfahrene Anleger zu einem Kauf. Bei einem hohen KGV lohnt sich der Kauf nur für langfristige Investoren. 
Das KGV ändert sich jedes Jahr und kann sich deutlich von den Vorjahren unterscheiden. 
Ebenso kann ein hohes KGV bedeuten, dass die Aktie sehr gefragt ist und ihr Kurs deshalb hoch ausfällt.  Dies kann auch ein Hinweis auf eine mögliche Überbewertung sein. 

 
Die Eigenkapitalquote (EKQ)
 
Die Berechnung: EKQ= (Eigenkapital/Gesamtkapital) x 100
 
Ebenso ein wichtiger Bestandteil der Risikoanalyse bei deiner Aktienanalyse ist die Eigenkapitalquote.
Die Eigenkapitalquote ist z. B. ein Indikator dafür, wie solide ein Unternehmen finanziert ist.
Sie gibt den Anteil des Eigenkapitals vom Gesamtkapital eines Unternehmens in Prozent an.
 

Zum Beispiel: Die XY AG hat 2.000.000 Euro Eigenkapital. Das Gesamtkapital beträgt 4.000.000 Euro
EKQ = (2.000.000 / 4.000.000) x 100 = 50 %

Eine hohe Eigenkapitalquote wird als positiv bewertet, weil sich das Unternehmen vorwiegend aus eigener Kraft finanziert.
Die Wahrscheinlichkeit einer Zahlungsunfähigkeit ist umso geringer umso höher die Eigenkapitalquote eines Unternehmens ist.
Außerdem ist es durch die höhere Bonität einfacher für ein Unternehmen, sich auf dem Kapitalmarkt Fremdkapital.
Die Höhe des Eigenkapitals findest du im Quartalsbericht oder der Bilanz eines Unternehmens.
 

Das Kurs Buchwert Verhältnis (KBV)

Die Berechnung: KBV = Aktienkurs/ Buchwert der Aktie
 
Das KBV bezieht sich auf die Substanz eines Unternehmens und nicht wie das KGV auf den Gewinn eines Unternehmens.
Der Buchwert, welcher in der Berechnung herangezogen wird, entspricht dabei dem Eigenkapital, welches durch die Menge der ausgegebenen Aktien geteilt wird.
 
Zum Beispiel: Der Aktienkurs liegt bei 50 €, der Buchwert bei 40€
KBV = 50/40= 1,25
 
Ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von unter 1 bedeutet, dass das Verlustrisiko der Anleger bei dieser Aktie gering ist und das die Aktie in Bezug auf das Eigenkapital unterbewertet ist.
Ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von über 1 bedeutet, dass das Unternehmen im Verhältnis zum Eigenkapital überbewertet ist.
 

Das Kurs Cashflow Verhältnis (KCV)

Die Berechnung: KCV = Aktienkurs/Cashflow je Aktie
 
Zusätzlich zum KGV empfehlen erfahrene Anleger und Anlegerinnen das Kurs Cashflow Verhältnis eines Unternehmens zu berechnen.
Da der Cashflow eine aussagekräftige betriebswirtschaftliche Kennzahl eines Unternehmens ist und auch Auskunft über dessen Liquidität gibt.
Um die Liquidität eines Unternehmens zu berechnen, werden Einnahmen und Ausgaben in einem bestimmten Zeitraum gegeneinander aufgerechnet.
Das KCV wird neben dem KGV sehr gerne berechnet, weil es wenig manipulierbar ist.
Wie auch beim KGV gilt eine Aktie ist umso preiswerter, je niedriger der KCV ist. Als niedrig versteht man hier unter 10.
 
Zum Beispiel: Die Fahrrad AG gibt den Cashflow je Aktie für das Jahr 2021 mit 8,49€ an. Daher erfolgt diese Berechnung des KCV bei einem Aktienkurs vom 52,48 €:
52,48 € : 8,49 € = 6,18
 
Kurs Umsatz Verhältnis (KUV)
 
Die Berechnung: Aktienkurs / Umsatz je Aktie
 
Das KUV steht ebenso in engem Zusammenhang mit dem KGV.
Auch das KUV wird gerne bei der Aktienbewertung herangezogen und dient als wichtige Kennzahl.
Es gibt Auskunft darüber, wie hoch ein Unternehmen an der Börse bewertet ist und sollte niemals alleine für eine Investitionsentscheidung herangezogen werden, da es die Kosten des Unternehmens komplett ignoriert.
 
Zum Beispiel: Die Fahrrad AG hat zwei Millionen Aktien zu je 90 Euro. Der aktuelle Jahresumsatz liegt bei 200 Millionen Euro, also 100 € je Aktie
KUV = 90 € / 100 € = 0,9
 
Das KUV wird gerne bei Unternehmen mit wechselnden Umsatzzahlen durch saisonbedingte oder zyklische Geschäfte herangezogen. Ebenso auch bei Start-ups, die in der Anfangsphase einen geringen Gewinn erwirtschaften.
 

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Die Dividendenrendite

Die Berechnung: (Dividende/Aktienkurs)x100 = Dividendenrendite in Prozent
 
Mit der Dividendenrendite setzen wir die ausgeschüttete Dividende zum aktuellen Börsenkurs einer Aktie ins Verhältnis.
Durch die Berechnung der Dividendenrendite haben Anleger die Möglichkeit herauszufinden, in welchem Verhältnis der Aktienkurs zur ausgezahlten bzw. angekündigten Dividende steht.
So kann die Dividendenrendite sowohl mit der zuletzt ausgezahlten Dividende oder mit der angekündigten Dividende berechnet werden.
Beides hat seine Vor- und Nachteile.
 

Nun kennst du die wichtigsten Kennzahlen, um eine Aktie zu bewerten, aber was genau fängst du jetzt damit an. 

Deshalb möchte ich dir noch einen kurzen Überblick darüber geben, wie deine weiteren Schritte aussehen könnten, bevor du dich für den Kauf einer Aktie entscheidest. 

  1. Setze deine Auswahlkriterien für den Aktienkauf fest
    Dass nicht nur der Aktienkurs wichtig ist, hast du bestimmt schon verstanden. Erfahrene Anleger und Anlegerinnen suchen Ihre Aktien z.B. nachfolgenden Kriterien aus: Branche, Marktumfeld, Alleinstellungsmerkmal der Produkte, Politische und wirtschaftliche Entwicklung, Nachfrage am Markt
  2. Berechne das Kurs Gewinn Verhältnis
    Schau dir die Unternehmensberichte an und berechne das KGV.
    Je nach Anlagehorizont solltest du dieses bewerten. 
  3. Ermittle weitere Kennzahlen
    Neben den KGV solltest du auch weitere Kennzahlen berechnen, die dir Auskünfte über die Entwicklung eines Unternehmens und den Wert dieses geben. 
  4. Vergleiche
    Wenn du die nötigen Kennzahlen berechnet hast, kannst du auch verschiedene Unternehmen der gleichen Branche miteinander vergleichen.
    So kannst du z.B. Nike und Adidas miteinander vergleichen oder Netflix und Disney. 
  5. Schau dir die Dividende an
    Wenn ein Unternehmen eine Dividende auszahlt, solltest du auch diese in deine Bewertung mit einfließen lassen.
    Denn neben den Kursgewinnen erhöht die Dividende, die ein Unternehmen zahlt, auch die Rendite von dir.
    Die Entscheidung über die Höhe einer Dividende wird in der Hauptversammlung getroffen. 
  6. Vermögen und Schulden
    Schau dir neben dem Vermögen auch die Verbindlichkeiten eines Unternehmens an.
    Bei einem wirtschaftlich starken Unternehmen sollte das Vermögen mindestens doppelt so hoch wie die Schulden sein. 
  7. Gewinne
    Die Gewinne der letzten 10 Jahre sind ein nicht unerheblicher Punkt in der Aktienbewertung.
    Die Gewinnhöhe hängt stark von der Branche und dem Alter eines Unternehmens ab. 
 
Ich weiß, dass diese ganzen Kennzahlen am Anfang überwältigend sein können, aber sei dir sicher Übung macht den Meister.
Fang einfach mit einer bekannten Aktie an und probiere dich aus, so bekommst du ein Gefühl für die Aktienbewertung und kannst später schneller über deine Käufe entscheiden.

 

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Autor: Hendrik Pleil

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Hendrik

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