4 + 1 Möglichkeiten – Mehr braucht es nicht

Die 4 Grundpositionen am Optionsmarkt

Viele Anleger schrecken erst mal vor dem Thema Optionen zurück, weil ihnen der Handel mit Optionen zu komplex erscheint. Und wovon sie keine Ahnung haben, lassen sie lieber die Finger. Und das ist auch gut, doch wenn du dich etwas in die Thematik eingearbeitet hast, ist es gar nicht mehr so kompliziert und du kannst im Optionshandel gute Geschäfte machen.

Damit es dir noch leichter fällt, erkläre ich in diesem Beitrag ein paar Grundbegriffe und gehe dann auf die vier Grundpositionen am Optionsmarkt ein.

Es stimmt, Optionen wirken komplex, aber wenn du die vier Grundpositionen verstanden hast, wird es relativ einfach. Denn jeder Optionskauf oder -verkauf basiert auf diesen 4 Grundpositionen.

Kommen wir zunächst zu ein paar Grundbegriffen:

Was ist eine Option?

Eine Option bezeichnet in der Wirtschaft ein Recht, eine bestimmte Sache zu einem späteren Zeitpunkt und zu einem vorab vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Es handelt sich ausdrücklich um ein Recht und nicht um eine Pflicht. Der Optionsinhaber kann einseitig entscheiden, ob er sein Recht ausübt oder ob er die Option verfallen lässt.

Beispiel:

Warren Buffett betätigte sich als Stillhalter und kassierte mit Stillhaltergeschäften regelmäßig gute Prämien. Damit verbesserte er die Renditen auf Aktien, die er sowieso gerne kaufen wollte. Die Coca Cola Aktie stand bei 39 USD je Aktie. Buffett wollte die Aktie gerne kaufen, wenn die Aktie unter 35 USD fällt. Er schrieb 5 Millionen Put Optionen mit einem Strike Preis von 35 USD und vereinnahmte dafür 7,5 Millionen USD Prämie. Er dachte sich, wenn Coca Cola unter 35 USD fällt, kaufe ich gerne weitere dazu. Wenn Coca Cola steigt, gehört die Prämie mir.

Was genau bei einer short-Put Option, wie im Beispiel von Warren Buffett passiert, schauen wir uns gleich genauer an.

Vorteile von Optionen

  • Optionen geben uns einen Finanzierungsvorteil. Wir brauchen weniger Kapitaleinsatz, um ein Kursszenario abzubilden.
  • Etwa 70% aller Optionen verfallen wertlos. Als Stillhalter, wenn wir Optionen verkaufen, sind Zeit und Wahrscheinlichkeit auf unserer Seite.
  • Handeln ohne Stopp-Loss möglich, weil unser Aktienkauf über die Option mit einer Risiko-Minimierung abgesichert ist.
  • Mehr Handelsszenarien sind möglich (Volatilität, Trading-Ranges, …)
  • Stillhaltergeschäfte ermöglichen über das Kassieren der Prämie ein regelmäßiges Einkommen.
 

Weitere Grundbegriffe:

  • Eine Amerikanische Option kann während der gesamten Laufzeit der Option ausgeübt werden.
  • Eine Europäische Option kann nur am Ende der Laufzeit ausgeübt werden. Europäische Optionen kommen überwiegend bei direkten Verträgen zwischen Unternehmen zum Einsatz.
  • Von einem Barausgleich spricht man, wenn der Basiswert bei der Ausübung der Option nicht direkt geliefert wird, sondern die Differenz zwischen Marktpreis und Ausübungspreis bezahlt wird.
  • Die Optionsprämie ist der Geldbetrag, den der Optionskäufer pro Einheit des Basiswerts an den Verkäufer bezahlt.
  • Als Stillhalter wird die Person bezeichnet, die eine Option verkauft und dafür die Optionsprämie vereinnahmt.
  • Der Ausübungspreis (Strike) bezeichnet den Preis, zu dem man den Basiswert am Ausübungstag (oder Verfalltag) kaufen (call-Option) oder verkaufen (put-Option) kann.
  • Der innere Wert einer Option gibt ihren tatsächlichen Wert bei Ausübung an. Der innere Wert errechnet sich als Differenz zwischen dem Marktpreis und dem Ausübungspreis.
  • Der Zeitwert ist der Anteil des Optionswertes, der nicht durch den inneren Wert abgedeckt ist.
  • Die Optionsprämie ist der Geldbetrag, den der Optionskäufer pro Einheit des Basiswerts, dem Verkäufer bezahlt. Die Optionsprämie besteht aus dem inneren Wert und dem Zeitwert.
 

Das waren die wichtigsten Grundbegriffe, die du kennen musst, um die vier Grundpositionen am Optionsmarkt zu verstehen.

Ein sehr wichtiges Hilfsmittel, das wir nutzen können, um die vier Grundpositionen besser zu verstehen, sind sog. Auszahlungsdiagramme und Auszahlungsprofile. Schauen wir uns das ganze mal an.

 

Auszahlungsdiagramm und Auszahlungsprofile

Ein Auszahlungsdiagramm zeigt die Wertentwicklung einer Optionsstrategie abhängig von der Entwicklung des Basiswerts an. Am einfachsten sind Auszahlungsdiagramme für den Verfallstag zu bestimmen, da die Optionen dann keinen Zeitwert mehr haben.

Auf der x-Achse ist der Preis des Basiswertes abgebildet.

Auf der y-Achse ist der Gewinn bzw. Verlust der Optionsstrategie abgebildet.

4 Grundpositionen am Optionsmarkt

Wir müssen im Optionshandel immer im Hinterkopf behalten, dass wir keine Aktien kaufen oder verkaufen, sondern eine Kauf- oder Verkaufsoption auf ein Aktie.

Es gibt also die Kaufoption (call) und Verkaufoption (put)

Eine Kauf- oder Verkaufoption kann ich entweder kaufen (Long) oder verkaufen (Short).

Daraus ergeben sich vier Möglichkeiten und damit die vier Grundpositionen am Optionsmarkt, die folgend aufgeführt sind.

Die 4 Grundpositionen am Optionsmarkt:

Long-Call

Kauf einer Kaufoption.
Wir erwerben das Recht, den Basiswert zu dem vorher definierten Ausübungspreis (Strike) zu kaufen.

Long-Put

Kauf einer Verkaufsoption.
Wir erwerben das Recht, den Basiswert zu dem vorher definierten Ausübungspreis (Strike) zu verkaufen.

Short-Call

Verkauf einer Kaufoption
Wir gehen die Verpflichtung ein, den Basiswert zum vorher definierten Preis (Strike) zu liefern. Wir können die Prämie vereinnahmen.

Short-Put

Verkauf einer Verkaufsoption.
Wir gehen die Verpflichtung ein, den Basiswert zum vorher definierten Preis (Strike) abzunehmen. Wir können die Prämie vereinnahmen.

Schauen wir uns die Grundpositionen im Einzelnen an

Long-Call

Beim long-Call kaufen wir eine Kaufoption und damit das Recht, den Basiswert zum vorher definierten Ausübungspreis (Strike) zu kaufen. Für das Recht zahle ich bei einem Preis von 100,- € 10,- €, in diesem Szenario also 10%. Das heißt, auch wenn der Preis gemäß des Aktienkurses steigt, haben wir das Recht, zum vorher definierten Ausübungspreis zu kaufen. Die Aktie ist teurer, aber wir kaufen günstiger, deshalb machen wir einen Gewinn.

Long-Put

Bei einem long-Put kaufen wir eine Verkaufsoption und haben das Recht, den Basiswert, also die Aktie, zum vorher definierten Ausübungspreis zu verkaufen. Auch hier zahle ich bei einem Preis von 100,- € 10,- € für dieses Recht. Das heißt, auch wenn der Preis sinkt, können wir die Aktie zum vorher definierten Preis verkaufen und erzielen dadurch einen GewinnWenn die Aktie steigt, dann bringt mir das nichts, ich habe aber wieder eine Risikominimierung und habe nur die 10,-€ Verlust, egal wie hoch der Aktienkurs steigt, da es eine Verlustbegrenzung gibt.

Short-Call

Mit einem short-Call gehe ich die Verpflichtung ein, den Basiswert zum vorher definierten Preis zu liefern. Das heißt, ich verpflichte mich, die Aktie zu dem vorher festgelegten Preis zu verkaufen. Dafür erhalte ich wieder eine Prämie, muss aber, wenn der Kurs der Aktie steigt, die Aktie trotzdem zu einem niedrigeren Preis verkaufen. Ich mache also einen Verlust, wenn die Aktie steigt und das birgt ein hohes Risiko, gerade für Einsteiger, und setzt ein gewisses Maß an Erfahrung voraus. Es ist empfehlenswert, dieses Risiko zu minimieren, indem wir unser Depot diversifizieren, also viele verschiedene Optionen und Aktien haben, bei denen die Verluste durch die überwiegende Anzahl an Gewinngeschäften ausgeglichen werden.

Short-Put

Mit einem short-Put gehen wir die Verpflichtung ein, die Aktie zum vorher definierten Preis von 100,- € abzunehmen. Wenn die Aktie nun fällt, muss ich die Aktie für 100,-€ kaufen, auch wenn sie vielleicht nur noch 70,- € kostet. Ich habe 10,- € verdient, das ist meine Prämie für die Verpflichtung, die Aktie zu kaufen. Wenn die Aktie auf 90,- € fällt, bin ich am Break-even Point, wenn sie weiter fällt, mache ich einen Verlust. Wenn sie steigt, mache ich keine weiteren Gewinne, ich erhalte nur die 10,-€ Prämie, erhalte aber die Aktie zum günstigeren Preis.

Hier können wir sogenannte Stillhaltergeschäfte machen. Ich kaufe eine short-Put Option auf eine Aktie, die ich ohnehin kaufen möchte. Steigt der Preis, erhalte ich eine Prämie und die Aktie zum günstigeren Preis. Sinkt der Preis, muss ich die Aktie zwar dennoch kaufen, aber ich wollte sie ja ohnehin haben.

Ein nützliche Plattform, die die Auszahlungsprofile für einzelne Optionen abbildet, ist TraderFox.

Jetzt habe ich von 4+1 Möglichkeiten gesprochen, um mit Optionen erfolgreich Gewinne zu erzielen. Bei der +1 Möglichkeit oder der 5. Möglichkeit handelt es sich nicht um ein weitere Grundposition, davon gibt es nur die oben erklärten vier, sondern um den Faktor Zeit.

Zeit ist Gold wert, wie man so schön sagt.

Ich habe am Anfang den inneren Wert definiert, der den tatsächlichen Wert bei Ausübung angibt. Er errechnet sich als Differenz zwischen dem Marktpreis und dem Ausübungspreis.

Der Zeitwert fließt nicht in den inneren Wert mit ein, schon aber in die Optionsprämie. Diese besteht aus dem inneren Wert UND dem Zeitwert und wird pro Einheit des Basiswerts an den Verkäufer ausgezahlt.

Diesen Umstand können wir uns als Stillhalter zu nutze machen, indem wir nicht direkt verkaufen (zum Beispiel bei einem long-Put), sondern einfach warten und nichts tun, also stillhalten. Je weiter die Aktie bei einem long-Put sinkt, desto höher ist unser Gewinn. Wenn wir also bei amerikanischen Optionen bis zum Ausübungstag warten und nicht schon vorher verkaufen, maximieren wir durch den Faktor Zeit unseren Gewinn, wenn der Preis der Aktie weiter fällt. Wenn sie stattdessen steigt, zahlen wir nur die festgelegte Entschädigung.

Auch eine short-Put Strategie profitiert vom Verstreichen der Zeit. Man spricht vom Zeitwertverlust, weil der Zeitwert bis zur Fälligkeit abnimmt. Dadurch können wir als Verkäufer den Put im besten Fall bereits vor dem Verfall der Option mit Gewinn zurückkaufen.

Ich bin sicher, das hat dir schon mal geholfen, Licht in den Optionendschungel zu bringen.

Wenn dir das jetzt immer noch etwas Spanisch vorkommt, dann lade ich dich herzlich ein, in mein Einsteigerseminar „Dein Start-Up in den Optionshandel“ zu kommen, da schauen wir uns das ganze bis ins kleinste Detail an.

 

 

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Die 7 häufigsten Fehler im Optionshandel

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Autor: Hendrik Pleil

Bildquelle: Pexel

Hendrik

Hi, mein Name ist Hendrik Pleil, ich bin dein Geldtrainer und Coach.

Optionshandel

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