Was sind ETF´s?

ETF ist die Abkürzung für „Exchange Traded Fund“, das sind Fonds, die an der Börse gehandelt werden und die Wertentwicklung eines Aktien-Index möglichst genau nachbilden. ETFs werden bei Anlegern immer beliebter, weil sie im Vergleich zu Einzelaktien durch größere Diversifikation risikoarm sind und sich einfacher verwalten lassen. Es gibt viele unterschiedliche ETFs, die sich in Punkten wie Region, Anlageform und Verwaltung unterscheiden. Was die Unterschiede sind und welche Vorteile von ETFs du nutzen kannst, erkläre ich dir in diesem Beitrag.

Was sind ETFs?

ETFs werden wie Aktien an der Börse gehandelt. Da sie einen ganzen Aktien-Index, oder ein Sampling eines Index abbilden, sind sie relativ risikoarm und Anleger können kosteneffizient in Kapitalmärkte investieren und ein langfristiges Vermögen aufbauen.

Weltweit gibt es über 8500 ETFs (Stand: Ende 2021), die sich nach Ländern und Region (Deutschland-ETFs, USA-ETFs, Europa-ETFs, Asien-ETFs, etc.) unterscheiden, nach Anlageklassen (Aktien-ETFs, Renten-ETFs), nach Branchen (Erneuerbare-Energien-ETFs, Technologie-ETFs), oder nach Themen (z.B. nachhaltige ETFs).

Bekannte Aktienindizes, die von ETFs nachgebildet werden, sind in Deutschland der DAX, der TecDAX, MDAX und SDAX und in den USA der Dow Jones Industrial Average, der NASDAQ Composite und der S&P 500.

In der Regel werden für die Nachbildung der Indizes genau die Aktien zusammengestellt, die auch im Original-Index enthalten sind, es gibt aber auch andere Formen der Nachbildung (siehe unten). Aufgrund ihrer breiten Diversifizierung bieten ETFs Anlegern eine vergleichsweise sichere Möglichkeit, Renditen zu erzielen bei gleichzeitig geringerem Risiko. Aufgrund der Nachbildung eines Referenzindexes sind sie darüber hinaus sehr transparent und kostengünstig. Die vereinnahmten Renditen können ausgezahlt (physischer ETF) werden oder reinvestiert werden (Thesaurierender ETF). Anleger können ihr Geld in einer Einzelsumme investieren oder auch Sparpläne nutzen, bei denen automatisch monatlich Geld investiert wird.

Was kosten ETFs

Für die Verwaltung von ETFs fallen Kosten an, die über die Total Expense Ratio (TER) angegeben werden. Darin sind alle Gebühren enthalten, die bei ETFs für Verwaltung und Depotbank anfallen. Die TER liegt meist zwischen 0,1 und 0,5 % im Jahr und wird monatlich oder quartalsweise vom Fondsvermögen abgezogen. In der TER nicht enthalten sind die Transaktionskosten, die für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren als sogenannte Orderentgelt anfallen.

Bei der Verwendung von Sparplänen können darüber hinaus zusätzliche Kosten anfallen.

 

Vor- und Nachteile von ETFs vs. Aktien

Ob du lieber in Aktien oder ETFs investieren solltest, hängt stark von deinen individuellen Zielen und deiner persönlichen Risikobereitschaft ab. Es ist ratsam vor der Investition ein Risikoprofil zu erstellen, um die richtige Anlagestrategie und die für dich geeigneten ETFs oder Aktien zu wählen.

Mit einem ETF investierst du gleich in mehrere Unternehmen, deren Wertentwicklung die ETFs nachbilden, die Renditen fallen meist stabil, aber nicht übertrieben aus, dafür besteht aufgrund der hohen Diversifikation ein geringes Risiko. Bei Aktien dagegen kannst du gezielt in einzelnen Unternehmen investieren, was möglicherweise höhere Dividenden ausschüttet, aber gleichzeitig auch ein höheres Risiko bedeutet.

Das sind die Vor- und Nachteile im Überblick

ETF´s

Einzelaktie

Rendite

  • geringere Renditechancen

  • vereinzelt höhere Renditen 

Risiko

  • Höhere Wertstabilität, aufgrund breiter Diversifikation in diverse Unternehmen, Branchen, Regionen
  • Niedriges Risiko
  • Totalverlust unwahrscheinlich
  • Höhere Volatilität, da die Wertentwicklung vom einzelnen Unternehmen abhängt
  •  Höheres Risiko
  • Totalverlust möglich

Transparenz

  • Hohe Transparenz bei physisch replizierten ETFs
  • Anleger müssen sich über die Zusammensetzung der ETFs selbst informieren

  • Hohe Transparenz bei der Investition in ein Unternehmen

Aufwand

  • geringer Aufwand
  • Automatisches Rebalancing und Wiederauflage von Ausschüttungen im ETF

  • Höherer Aufwand: Analysieren der Unternehmen und des Marktes notwendig
  • bei starken Schwankungen des Marktes sollten Anleger schnell reagieren können
  • manuelles Rebalancing erforderlich

Kosten

  • Verwaltungsgebühren zwischen 0,1 – 0,5 % (TER)
  • Beim ETF Robo fallen zusätzliche Verwaltungskosten von ca. 0,33 % an.

  • Ordergebühren je nach Broker oder Börse
  • Hohe Transaktionskosten aufgrund von häufigen Handeln im Rahmen eines Rebalancing

Wie unterscheiden sich ETFs?

ETFs unterscheiden sich in den Ländern oder der Region, die sie abbilden. Sie unterscheiden sich auch in der Anzahl, bzw. Auswahl der abgebildeten Unternehmen eines Aktienindex. Bei kleinen Indices, wie dem DAX, sind im ETF DAX 40 alle abgebildeten Unternehmen enthalten. Bei großen Indizes werden jedoch nur die stärksten Unternehmen abgebildet, die sich wesentlich auf die Rendite des Index auswirken. Dadurch sind bei Veränderungen keine großen Anpassungen notwendig, wodurch sich die Zahl der Transaktionen und somit auch die Transaktionskosten senken lassen. Diese Vorgehensweise wird als Sampling bezeichnet.

Das Nachbilden eines Index wird Replikation genannt. ETFs unterscheiden sich auch in ihren Replikations-Arten, z.B. auch wie Anleger an der Dividendenausschüttung beteiligt werden. Grundlegend werden ETFs in vier Arten unterschieden:

Physische Replikation:

Bei einem physisch replizierten ETF kauft ein ETF einfach die Aktien im Index nach. Diese Art ist bei Anlegern sehr beliebt, da eine große Transparenz besteht. Wie oben beschrieben kann es sein, dass ein ETF nicht alle Aktien tatsächlich nachkauft, sondern eine optimierte Auswahl trifft (optimized sampling).

Synthetische Replikation:

Der ETF-Anbieter kann sich, statt der Aktien, die gewünschte Wertentwicklung von einer Bank zusichern lassen. Im Austausch erhält die Bank eine Auswahl bekannter Aktien vom ETF-Anbieter. Das kann für beide Beteiligten kostengünstiger sein.

Ausschüttender ETF:

Bei ausschüttenden ETFs wird der Gewinn eines Unternehmens in Form einer regelmäßigen Dividendenausschüttung an den Anleger ausgezahlt. Sind die Aktien in einem Fonds, gehen die Dividenden erst an den Fonds und werden dann gebündelt an die Anleger weitergegeben.

Thesaurierender ETF:

Ein thesaurierender oder wiederanlegender ETF schreibt die Dividenden dem Fondsvermögen zu. Der Anleger bekommt daher nichts ausgezahlt, profitiert stattdessen von der steigenden Wertentwicklung, ähnlich wie beim Zinseszinseffekt, da das Fondsvermögen exponentiell wächst. Diese ETFs eignen sich für Anleger, die ein langfristiges Vermögen aufbauen wollen.

Was ist der Unterschied zwischen einem ETF und einem Fond?

Aktive Investmentfonds haben im Gegensatz zu ETDs ein Fondsmanagement, das individuell Titel auswählt, kaufen und verkaufen kann, um die Rendite des Fonds zu maximieren und im Idealfall den Markt zu übertreffen. Dieses Ziel wird jedoch nur selten erreicht was aktive Fonds langfristig schlechter performen lassen, als vergleichbare ETFs.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen ETDs und aktiven Fonds ist das Fondsmanagement und die damit einhergehenden Kosten. ETFs und Indexfonds sind wesentlich kosteneffizienter und günstiger als aktiv gemanagte Investmentfonds, da sie einen bestehenden Index nachbilden und eine Auswahl und Verwaltung von Aktien durch einen Fondsmanager nicht notwendig ist.

Wie sicher ist das Investments mit ETF

In ETFs investiertes Vermögen wird als Sondervermögen betrachtet. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Verwaltung des Sondervermögens getrennt vom Vermögen der Kapitalgesellschaft aufbewahrt werden muss. Das heißt, falls die Kapitalgesellschaft, also die Fondsgesellschaft oder auch die Depotbank in Insolvenz gehen sollte, darf das Vermögen der Anleger nicht angetastet werden.

Das wichtigste Zusammengefasst

  • ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die einen Aktienindex nachbilden. Ziel ist es eine vergleichbare Rendite wie diese Indizes zu erreichen.
  • ETFs benötigen kein aktives Fondsmanagement und sind dadurch kostengünstiger als aktiv gemanagte Investmentfonds.
  • Die Risiken gegenüber Einzelaktien sind geringer, da in viele Unternehmen, Länder und Regionen investiert werden kann.
  • ETFs eignen sich als langfristige Geldanlage, wenn in thesaurierende ETFs investiert wird, die die Ausschüttungen sofort reinvestieren, was zu einem Zinseszinseffekt führt.
  • In ETFs investiertes Geld wird als Sondervermögen behandelt und ist im Falle einer Insolvenz der Fondsgesellschaft oder Depotbank geschützt.

 

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Autor: Hendrik Pleil

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Hendrik

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