Was sind Optionen?

In diesem Beitrag möchte ich dir erklären, was es mit Optionen auf sich hat und ein paar grundlegende Begriffe erläutern. Wenn du Neueinsteiger in das Thema bist, findest du hier die Grundlagen und Begriffe, um mit Optionen vielleicht deine Investmentstrategie zu finden. Weitere Beiträge, die das Thema etwas tiefer führen, findest du demnächst hier auf dem Blog.

Was sind Optionen?

Der Handel mit Optionen fällt in den Bereich des Tradings, ist also eher eine Investment-Strategie für kurzfristige Gewinne. Dem Gegenüber steht der Aufbau eines differenzierten, langjährigen Aktien-Portfolios, mit dem langfristige Gewinne erzielt werden sollen.

Was ist eine Option?

Eine Option ist das Recht, aber nicht die Pflicht, eine bestimmte Menge eines bestimmten Gutes (UNDERLYING) während einer festgelegten Laufzeit (EXPIRY) zu einem festgelegten Preis (STRIKE) zu kaufen (CALL) oder zu verkaufen (PUT). 

Eine Option ist also vergleichbar mit einem Vertrag, der folgende Eckdaten hat: 

  1. Das Underlying
    Der Basiswert (z.B. eine Aktie), welcher gekauft oder verkauft werden soll
  2. Der Strike
    Der Preis, zu dem das Underlying gekauft oder verkauft werden soll
  3. Der Expiry (Verfallstag)
    Es wird bestimmt bis zu welchem Tag diese Vereinbarung gelten soll
  4. Die Absicht
    Besteht ein Recht zu kaufen (Call) oder ein Recht zu verkaufen (Put) 

 

Das heißt, eine Option ist eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien (eine davon bist du), die regelt, wie viel eines Basiswerts (Underlying) zum Verfallstag (Expiring Day) zu einem vorher festgelegten Preis (Strike) gekauft oder verkauft werden.
Du als Verkäufer, auch Stillhalter der Option genannt, erhältst dafür eine Prämie.
Diese Prämie hängt von folgenden Faktoren ab: 

  • Innerer Wert (wirtschaftliche Vorteile für den Käufer)
  • Zeitwert (Preis ist abhängig von der Restlaufzeit)
  • Implizite Volatilität (Erwartete Schwankungsbreite)

 

Diese Elemente gibt es bei Optionen:

Der Basiswert (Underlying)

Der Basiswert kann ein beliebiges Anlageprodukt sein, z.B. eine bestimmte Aktie, eine Währung, ein Rohstoff oder ein Index. 

Das Verfallsdatum (Expiring day)

Das Verfallsdatum oder auch der Expiring Day gibt an, wann eine Option verfällt.
Achtung, hier gibt es einen Unterschied zwischen amerikanischen und europäischen Optionskäufen. 

Während bei der amerikanischen Art der Optionskäufer sein Recht jederzeit wahrnehmen kann, kann der Optionskäufer der europäischen Art sein Recht nur am Expring Day wahrnehmen. 

Am häufigsten sind hier allerdings Optionen der amerikanischen Art. 

Die Optionsprämie

Eine Optionsprämie setzt sich aus dem inneren Wert und dem Zeitwert zusammen.
Unter Innerer Wert versteht man den Geldwert, den die Option bei direkter Ausübung bringen würde.

Für eine Call Option (siehe unten) berechnen wir den Inneren Wert folgendermaßen:
Innerer Wert = Kurs des Basiswerts (Underlying) – Basispreis (Strike)

Für eine Put Option berechnet sich der Innere Wert hingegen wie folgt:
Innerer Wert = Basispreis (Strike) – Kurs des Basiswerts (Underlying)

Hat eine Option einen Inneren Wert, sagt man auch, dass die Option ‘im Geld’ ist (In the Money, ITM). 

Liegt der Strike deutlich unter dem aktuellen Kurs, sagt man auch, dass die Option ‘aus dem Geld’ ist (Out The Money, OTM). 

 

Arten von Optionen

Call Option:

Eine Call Option verleiht dem Käufer das Recht, den Basiswert, also z.B. eine Aktie, zu einem vorher definierten Preis zu kaufen.
Dieses Recht besteht bis zum vorher festgelegten Expiring Day (Verfallsdatum).
Für dieses Recht erhält der Stillhalter eine vorher festgelegte Optionsprämie. 

Put Option: 

Eine Put Option verleiht dem Käufer das Recht, einen Basiswert, also z.B. eine Aktie, zu einem vorher definierten Preis zu verkaufen.
Auch dieses Recht gilt wieder bis zu einem vorher festgelegten Expiring Day (Verfallsdatum). 

Für dieses Recht erhält der Stillhalter eine vorher festgelegte Optionsprämie. 

So geht das Handeln mit Optionen

Der Handel mit Optionen funktioniert mit standardisierten Verträgen mit festen Basiswerten, Verfallsterminen und Ausübungspreisen ab.
Durch diese Standardisierung an der Börse wird die Liquidität von Optionen erhöht, was dazu führt, dass die Verfügbarkeit und Handelbarkeit an den Märkten verstärkt wird. Der Preis wird darüber hinaus durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

Die meisten Optionen werden von institutionellen Anlegern gehandelt, aber auch Privatanleger können Optionen erwerben und verkaufen. 

Viele Broker und die meisten Banken bieten allerdings nur Optionsscheine an und keine Optionen. Vorsicht, hier besteht eine große Verwechslungsgefahr, Optionsscheine sind etwas anderes. 

Kurz: Optionen werden an Terminbörsen gehandelt und Optionsscheine direkt over-the-counter (OTC) von den Banken selbst. Das bedeutet, während der Wert von Optionen durch Angebot und Nachfrage gebildet wird, wird der Wert von Optionsscheinen vom Emittenten (Banken, oder andere Wertpapierhäuser) festgelegt. Somit besteht bei Optionsscheinen das Risiko eines sogenannten Emittenten- oder Kontrahentenrisikos. Wenn der Emittent seinen verbrieften Verpflichtungen nicht nachkommen kann, erhalten die Trader kein Geld. Im Falle der Insolvenz der Bank würde auch der Optionsschein seinen Wert verlieren. Optionen bieten hingegen dem Anleger durch das Sicherheitsnetz der Terminbörse eine größere Sicherheit.

 

Stillhaltergeschäfte – So kannst auch du mit Optionen Geld verdienen

Viele Versicherer, Pensionsfondsverwalter und andere Vermögensverwalter kaufen täglich aufgrund von regulatorischen Vorgaben oder Firmenvorgaben Optionen.

Deshalb schauen wir uns jetzt an, wie wir als Verkäufer (Stillhalter) mit der Option Geld verdienen können. 

Wenn wir eine Option verkauft haben, haben wir einen systematischen Vorteil gegenüber dem Käufer.
Dieser Vorteil kommt durch den Zeitwert des Optionspreises, der nämlich immer weiter sinkt, je näher wir dem Verfallstag kommen. 

Wir können also im optimalen Fall durch nichts tun, also durch ‚Stillhalten‘ unsere Prämie voll vereinnahmen.
Unser Vorteil lässt sich aus den möglichen Marktrichtungen ableiten. 

Die Märkte können steigen, fallen oder seitwärts laufen. So gehen wir in 2 von 3 Fällen als Gewinner hervor. 

 

Beispiel: 

Ich verkaufe eine Put-Option auf Adidas mit einem Strike von 95 USD für 50 Tage.
Hierfür bekomme ich 120 USD Prämie.
Folgendes kann jetzt passieren:
Der Adidas Kurs fällt unter 95 USD und meine Option wird in Anspruch genommen (exercised).
Das heißt, ich bezahle jetzt die vereinbarten 95 USD je Aktie und bekomme dafür 100 Adidas Aktien in mein Depot gebucht.
Je nachdem wie tief die Adidas-Aktie fällt, stehe ich abzüglich meiner Prämie mit einem Buchverlust da. 

In den anderen beiden Fällen gehe ich als Gewinner hervor:

Läuft die Adidas Aktie seitwärts oder steigt, verfällt meine Option wertlos und ich bekomme die gesamte Prämie gutgeschrieben.

Fazit 

Fassen wir nochmal zusammen:

Eine Option ist das Recht, aber nicht die Pflicht, eine bestimmte Menge eines bestimmten Gutes (UNDERLYING) während einer festgelegten Laufzeit (EXPIRY) zu einem festgelegten Preis (STRIKE) zu kaufen (CALL) oder zu verkaufen (PUT). 

Optionen sind allerdings nicht mit Optionsscheinen zu verwechseln, welche nur von Banken oder Wertpapierhäusern over-the-counter (OTC) ausgegeben werden und das Risiko des Totalverlustes birgen, falls die Bank nicht zahlen kann.

Durch Stillhalten sinkt der Preis der von mir verkauften Option (Put) und am Verfallstag kann ich meine Prämie voll vereinnahmen. 

Es sollte noch darauf hingewiesen werden, dass der Handel mit Optionen ein Geschäft mit Wahrscheinlichkeiten ist und somit im Bereich der Spekulationen liegt. Es erfordert daher etwas Mut und mit der Zeit gewinnst du die nötige Erfahrung im Traden, um öfter als Gewinner aus einem Handel hervorzugehen.

Ich hoffe, ich konnte dir hiermit einen kleinen Einblick in die Grundlagen von Optionen geben.
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Autor: Hendrik Pleil

Bildquelle: Pexel

Hendrik

Hi, mein Name ist Hendrik Pleil, ich bin dein Geldtrainer und Coach.

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